Red sv. Jurija - Evropski red habsburško-lotarinške dinastije - St. Georgs‒Orden
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Das Rittertum einst und heute

Friderik III. Habsburški
Friedrich III. von Habsburg

Friderik II. Celjski
Friedrich II. von Cilli

Als Ritter gilt heute allgemein, dass das ein gepanzerte Reiter war, gewöhnlich bewaffnet mit Lanze und Schwert, der im Mittelalter seinem Herrn diente, im Tausch dafür bekam er Ländereien mit Untertanen, von denen er lebte und die Mittel für den Kauf der Ausrüstung bekommen hat. Diese war zu diesen Zeiten sehr kostspielig, nicht jeder konnte sich Waffen und vor allem ein Pferd leisten. Also, Ritter (mittelhochdeutsch: Reiter, mittellat. miles, neulat. eques auratus, franz. chevalier, engl. knight, ital. cavaliere, span. caballero, poln. rycerz, slaw. vitez, vityaz, ungar. vitéz) ist ursprünglich die Bezeichnung für die wehrhaften, schwer gerüsteten, berittenen Krieger des europäischen Mittelalters. Charakteristisch für das europäische Mittelalter war, dass der Ritter dreifach diente, seinem Herrn, dem christlichen Gott, also war er Soldat Kristi und seiner auserwählten Dame.

Dr. Jožko Šavli schreibt in seinem Buch „Slovenija, podoba evropskega naroda (Slowenien, Bildnis des europäischen Volkes) (Humar 1995): »Das Rittertum im Mittelalter, das vor allem im gesellschaftlichen Leben überwiegte, hatte, trotz einigen Merkmalen noch aus der römischen Zeit, seine eigenen, heimischen Wurzeln. Das kann schon aus der slowenischen Bezeichnung des Ritters (vitez) selbst geschlussfolgert werden, gebräuchlich auch bei den anderen slawischen Sprachen. Das unterscheidet sich von der Bedeutung komplett von den westlichen (feudalen) Namen, die aus der grundlegenden Benennung eines Reiters oder Dieners herrühren. Die slawische Bezeichnung stammt nämlich aus der älteren Form „voltio“, die nach der Erklärung der Slawisten verbunden ist mit dem Wort „Wille“ (volja). Also war der „voltio „ schon im Altertum ein Mensch, der aus eigene, Willen seinem Herrn diente. Nach dem 11. Jahrhundert, als schon der westliche, germanische Typ der feudalen Ordnung dominierte, ist auch unser Ritter gleichgestellt mit dem Reiter, der eine Rüstung, Schutzhelm, Schild und Schwert trägt.

Im gesellschaftlichen Leben des mittelalterlichen Rittertums überwiegte das Liebesmotto »vrouwen dienst«, welches bedeutet, dass man(n) den Damen dient. Um das Jahr 1227 hat sich der steirische Ritter Ulrich Liechtenstein auf den Weg von Venedig nach Böhmen begeben. Er reiste als Königin Venus, die Liebesgöttin verkleidet. Am 1. Mai kam er mit seiner Gefolgschaft zum Ort Vrata (heute Thörl Maglern) im Gailtal, wo er vom Kärntner Herzog Bernard und seinen Rittern empfangen wurde, die ihn einstimmig mit dem slowenischen Gruße »Buge waz primi, gralwa Venus!« oder wie wir heute sagen würden »Gott empfange Euch, königliche Venus!« empfingen.

Im Mittelalter war die Gesellschaft, grob gesehen, in drei Schichten aufgeteilt:

Ordensarten

  1. Glaubensorden:
    • Kontemplative Orden (streng betend und ins sich gekehrt): Benediktiner, Zisterzienser, Kartäuser, Prämonstratenser, Trappisten und Jesuiten. Von Josef II. im Jahre 1784 aufgelöst.
    • Mendikantenorden, genannt auch Armut oder Bettelorden: Kleine Brüder (Franziskaner, Minoriten und Kapuziner), Dominikaner, Lazaristen, Salesianer.
  2. Militärische auf dem Glauben beruhende Orden:
    • Templer: Kreuzzüge
    • Johannisorden oder Malteser: Kreuzzüge und Sorge um Verwundete und Kranke
    • Deutscher Ritterorden oder Kreuzherren: Sorge um Verwundete und Kranke
    • Lazaristen und noch andere kleinere und weniger bedeutende Orden, heute alle in der Rolle von karitativer Arbeit und Hilfe für Kranke.

Mit 7 Jahren wurde der zum Ritter bestimmte Knabe an den Hof eines Fürsten oder Ritters gesandt, dem er als Edelknabe diente. Wenn er das 14. Lebensjahr erreicht hatte, wurde er zum Knappen erhoben und musste sich einer strengen, harten Erziehung unterwerfen. Er musste nicht nur mit den ritterlichen Verhaltensregeln, mit der "höfischen Zucht" vertraut werden, sondern auch den Körper kräftigen, reiten lernen und sich im Kampf mit Lanze, Schwert, Dolch und Fäusten üben. Ebenfalls zur Ausbildung gehörten Jagen, Schwimmen und vielerlei Mutproben. Manchmal war damit auch eine Ausbildung in Musik und Dichtkunst verbunden, besonders in den südeuropäischen Ländern. Wenn der Edelknappe seine Knappschaft erfolgreich bestanden hatte, wurde er - gewöhnlich mit 21 Jahren - in einer feierlichen Zeremonie zum Ritter geschlagen. Am Tag vor der Schwertleite nahm der Jüngling ein Bad, das die Reinigung von allen Sünden symbolisierte. Die Nacht verbrachte er fastend und betend in der Burgkapelle. Am frühen Morgen beichtete er, wohnte der Messe bei und empfing das heilige Abendmahl. Nachdem der Priester ihm den Segen erteilt hatte, kniete der Knappe vor dem Ritter nieder, der ihm den Ritterschlag erteilen sollte. Dieser fragte ihn: „Warum willst du in den Ritterstand aufgenommen werden? Wenn du Reichtum und Ehre begehrst, bist du nicht würdig."

Der junge Mann legte die Hand auf die Bibel und schwor, jederzeit alle Ritterplichten zu erfüllen. Zwei andere Ritter mussten für die rittermäßige Geburt, den christlichen Glauben und den unbescholtenen Lebenswandel des Jünglings bürgen. Dann half man ihm, seine Ritterrüstung anzuziehen; der den Ritterschlag Erteilende erhob sich, trat zu ihm hin und gab ihm mit der Fläche des Schwertes entweder einen Schlag an den Hals oder zwei Schläge auf die Schultern und eine an den Hals. Dazu sprach er: „Zu Gottes und Mariens Ehr, diesen Schlag und keinen mehr! Sei tapfer, ehrlich und gerecht; besser Ritter als ein Knecht." Nun wurde dem in den Ritterstand Aufgenommenen das Schwert umgürtet, der Helm aufgesetzt, der Schild an den Arm gegeben und goldene Sporen angeschnallt. Jede dieser Handlungen war von entsprechenden Sinnsprüchen begleitet. Zuletzt führte man dann das Pferd für den jungen Mann herein. Pferd und Waffen, vor allem das Schwert, waren die Symbole der Ritterschaft: Sie durften einem Ritter auch dann nicht abgenommen werden, wenn sein sonstiger Besitz schuldenhalber eingezogen wurde. Wohl konnte man einen Ritter gefangen nehmen, aber Fesseln pflegte man ihm nicht anzulegen. Wenn er sich mit seinem Ritterwort dafür verbürgte, ein gefordertes Lösegeld zu zahlen, ließ man ihn frei. Später entartete das Rittertum, willkürliche Gewalttätigkeit (Faustrecht) und Raubrittertum nahmen überhand, Bauern - und Landsknecht Heere und die Feuerwaffen machten ihrer kriegerischen Überlegenheit ein Ende. Bei der Waffenanwendung wurde von den Rittern ein neues Element eingebracht: die Lanze wurden nicht mehr in die Weite geworfen, sondern sie wurde verlängert und im Nahkampf benutzt, egal, ob am bewaffneten Schauplatz oder beim Turnier.

Der Ritter musste diesen Tugenden treu sein:

Im 11. Jahrhundert kam es in Südfrankreich wegen der allgemein herrschenden Gewalt zur Bewegung der sogenannten Himmlischen Ruhe, damit hat die Kirche begonnen. Von den Adeligen wurde ein feierliches Versprechen verlangt, sie führten die Segnung des Schwertes ein und zeremoniell wurde der Ritterschlag erteilt, damit der Gewalt Einhalt geboten würde. Damit sollten die neuen Ritter als Beschützer der Kirche, des Glaubens und aller Hilflosen wirken. Damit wurden die Idee und die Wirkung vom Rittertum christianisiert. Die Teilnehmer der Kreuzzüge wurden als Ritter im Dienste Gottes Teil des Christusrittertums, das den Kampf zu Gunsten des Friedens und der Ehre betonte. Der christianisierte Ritter glaubte daran, dass wer in Jerusalem bzw. im Heiligen Land sterben würde, beim letzten Gericht Christus nahe sein wird.

Die Kreuzzüge haben nie ihr Ziel verwirklicht. Noch nach tausend Jahren gibt es im Gottesreich keine Ruhe. Sie brachten aber auch viel Nützliches. Gestärkt wurden Handel, Verkehr und Austausch der Kulturgüter. Europa lernte neue Länder, Leute und Kulturen, interessante Produkte und Erzeugnisse kennen. Sehr geschätzt wurden diese neuen Güter: Seide, Samt, Teppiche, Zucker. Spiegel, Waffen, Glas, Farben, und noch viele andere interessante Sachen. Europa bekam Reis und Südfrüchte, die Küstenstädte standen in voller Blüte, wo neuer, lebhafter Schiffshandel herrschte. Das Bürgertum hat an Macht bei der Staatsverwaltung gewonnen.

Werte und Ideale waren es, die einen Ritter leiteten, wenn er aus dem richtigen Teig war. Im 12. und 13. Jahrhundert waren Glaube, Hoffnung und Erbarmen wesentliche Werte; auch Gerechtigkeit, Vorsicht, Enthaltsamkeit und Kraft. Wir kannten auch solche, die diese Ideale nicht berücksichtigten und sogar ihre Kraft missbrauchten. Solche Bewaffnete nennen wir Raubritter, die durch das romantische Auge des 19. Jahrhundert in ganz Europa bekannt wurden. Bei uns war der bekannteste Raubritter Erazem Predjamski, welcher eigentlich Jamski (von der Grotte) heißen müsste, da er von der Burg Jama, heute eine unserer schönsten Burgen, stammt. Außergewöhnlich gerade wegen ihrer Lage.

Das Rittertum in Slowenien war Bestandteil des europäischen Rittertums. Unser Adel war Bestandteil der europäischen Aristokratie. Hier wurde er geboren, lebte und wurde begraben. Sie verstarben auch außerhalb unserer Landesgrenzen, in Kriegen, Kreuzzügen oder wegen Krankheiten, doch zu Grabe wurden sie hier getragen. Wenn das aber unmöglich war, dann wurde in die Heimaterde wenigstens das balsamierte Herz in einer Urne beigesetzt.

Drago Medved